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Renaissance von Catalogern und Direktmarketern
Traditionelle
Katalog-Umsätze der Versender lahmen seit Jahren, vor allem
bei den
Universalversendern. Flächendeckend in Europa, ob in UK, Frankreich
oder Deutschland aber auch in der Schweiz, Benelux u.a.
Kosten für die Neukundengewinnung explodieren. Ein erbarmungsloser
Wettbewerb im etablierten Vertriebsweg Versand-/Distanzhandel tobt.
Heute
(August 2007) finden wir in unserm Briefkasten gleich 15
umfangreiche
Kataloge bzw. gewichtige Werbemittel von
Konsumenten-Versendern. Ein
sehr gutes Timing…..das offenbar alle
gleichermaßen für sich entdeckt haben.
Es ist Ergebnis aus einer
Mischung von intelligenten Optimierungen der
Werbestrecke sowie der
Marktforschung und Konkurrenzbeobachtung.
x-Jahre Erfahrung und
Betrachtung haben beste Arbeit hervor gebracht.
Neben dieser Zustandsbeschreibung gibt es glühende Berichte über
eine
stürmische und dynamische Entwicklung des e-commerce. Für UK sagt
die
Interactive Media Retail Group (IMRG) im 2. Quartal 2007 eine
50%-ige
Zunahme der Onlineumsätze gegenüber 2006 voraus, für
Deutschland wird
von einem 30%-igen Zuwachs im 1. Halbjahr 2007
gegenüber 2006
gesprochen.
Unter den 10 deutschen Top Websitebesuchern im Juni 2007 finden sich
im
Nielsen/NetRating sage und schreibe 5 klassische Versender wie
Quelle, Otto,
Neckermann etc., und zwar auf den Plätzen 3, 4, 6, 8, 10.
Zwar bleiben die
pure plays ebay und Amazon auf den Plätzen 1 und 2.
Der Abstand zwischen
Platz 2 und 3 schmilzt seit geraumer Zeit aber
drastisch.
Es ist bekannt, daß einige Versender die Herausforderungen der
Zukunft
angenommen und ihre Hausaufgaben sehr gründlich gemacht haben
und sich
von der Vergangenheit abkoppelten. Zuvor beherrschten
innerbetrieblich
Themen wie Umsatzkannibalisierung, Margenerosion etc
die Konferenzen.
Nach außen sichtbar setzten Wehkamp in den
Niederlanden sowie Neckermann
in Deutschland, aber auch NBrown in UK
langfristig und uneingeschränkt auf
Versandhandel + e-commerce. Diese
Profilierung hatte z. B. bei Neckermann
drastisch erodierende
Katalogumsätze und Renditeverluste zur Folge bei rasant
wachsendem
e-business Anteil. Von zzt 50% bei rd 1Mrd EUR Umsatz.
Bei Wehkamp in den Niederlanden – der dort unangefochtenen Nr. 1 -
ging
man noch drastischer aber umsatz- und renditeschonend zu Werke:
Seit Jahren
forciert unter Aufbietung aller offline-Macht (papierne
emotionale Werbemittel)
bei Kunden die Nutzung des Internets als
Bestellweg, zur Neukundengewinnung
und als Marktplatzpräsentation.
Hauptkataloge wurden drastisch verändert:
Grossformate wurden ersetzt
durch Formathalbierung und –drittelung. Der
Inhalt jedoch blieb
unverändert. Das Ergebnis heute: Wehkamp hat zzt einen
Internet-Anteil
am Gesamtgeschäft von 60%. Nach wie vor hoch rentabel bei
immerhin noch
verhaltenem Unternehmenswachstum.
Erfolge rufen die natürliche Konkurrenz auf den Plan: Stationäre.
Nach sehr erfolgreichen Tests und roll-outs des e-commerce in Schweden
und
den Niederlanden startet das extrem erfolgreiche schwedische
Unternehmen
H & M (Hennes & Mauritz) in Deutschland das
e-business. Zum Auftakt,
Neukunden für e-commerce zu gewinnen, wurde in
Print-, TV und sonstigen
Medien-Kampagnen an nichts gespart! In der
Zeit von März bis Juni 2007
wurden Kampagnen gefahren, um email
Adressen zu generieren. Eine
„Begrüssungs-Gutschrift“ von 25 EUR auf
ein ab September zu nutzendes
„online Konto“ erfreut die Adreßgäste..
Täglich neue Stationär Offensiven kündigen sich an: C & A, Marks & Spencer,
House of Frazer etc. Selbst bisher internetverschmähende Luxus Labels von
LMVH, Richemont
wie eluxury.co besetzen offensiv diesen Verkaufskanal.
Versender (stark sortimentsabhängig) haben zzt. einen e-commerce Anteil
von zzt. 10-20%.
Sie mußten und müssen intensiver lernen Store Traffic zu betreiben,
was der
Stationäre Handel perfekt beherrscht; beschränkte
Produkt-Auswahl im
Verhältnis zum Stationären Handel besser zu
kommunizieren und nicht in
Preisvergleichsfallen zu tappen. (über
Priceminister, Yatego, Bestprice etc.).
Der Stationäre Einzelhandel hingegen hat starke Defizite in allem
was unter
„back office“ zu verstehen ist: von der Logistik des
Einzelversandes, über
Retourenhandling, Zahlungsabwicklung, Umgang mit
dem einzelnen Käufer/
Kunden, Know How in Aufbau, Pflege und Nutzung des
Kundenfiles und der
sich daraus ableitenden regelmäßigen Animation von
unterschiedlichen
Kundengruppen. Beide Einzelhandelswelten bewegen sich unübersehbar
aufeinander zu.
Der Versandhandel wird über e-commerce „stationärer“
Stationäre incl der Luxusgüter-Vermarkter werden über e-commerce distanzhandelsähnlicher.
Damit wird für beide channels die Aktionsfläche größer.
Wir
schätzen, daß mittel- bis langfristig e-commerce 20%- 25% vom
relevanten
Einzelhandel ausmachen kann. In klassischen Versenderländern
wie UK,
Frankreich, Deutschland liegt der Anteil heute bei 5 – 6% der
Einzelhandels.
Also: genug Spielraum für Versender in der Zukunft. Vorausgesetzt
sie nutzen bedingungslos die eigenen Treiber: emotionale kaufauslösende Kataloge/
Werbemittel werden weiterentwickelt und im relevanten
Kundenfile eingesetzt.
Emotionale papierne und virtuelle Werbemittel
werden entwickelt, die in der
Lage sind, nicht-distanzaffine Käufer zu
erreichen Werbemitteltaktung für
e-commerce wird neu entworfen.
Gelernte nationale Zahlungsgewohnheiten
auch für Internetkunden
genutzt.
E-commerce ist in seiner dem Betrachter/User zugewandten Seite dem
stationären Handel viel ähnlicher als dem Versandhandel. Deshalb muß
der
Versender lernen auch stationäre Treiber für sich zu entdecken.
Store Traffic
(Suchmaschinen, email marketing aber auch eigene
Versandkunden auf die
homepage ziehen; Couponing in adressierten aber
auch nichtadressierten
Werbeträgern, Weiterentwickung „unbezahlter“
Empfehlungswerbung, Import
von blogs, Foren, etc.) schnellere
Sortimentserneuerung (stationäre Vorbilder:
H & M, spanische
Inditex mit Zara etc.) für e-commerce nichtadressierte
Mediastreupläne
mit großen Reichweiten entdecken, entwickeln und einsetzen.
Vermeidung von Preis(vergleichs)fallen durch verstärkte nicht
vergleichbare
Produkt-Innovationen, und zwar channelselektiv. Einsatz
und Austausch größerer
Produktpaletten im e-commerce mittels
Kooperationpartner. Lagerhaltung und Sicherstellung der Verfügbarkeit
verbliebe hiernach beim Kooperanden.
(Kostenvermeidungs-Strategie).
Schnellere Internationalisierung bzw. Cross
border Aktivitäten.
Die nächst Dekade wird Catalogern, Versendern, Direktmarketern gehören.
Wir sind fest davon überzeugt, daß sie reichlich belohnt werden mit
steigenden
Unternehmenswerten, die sich auf Pionierleistungen und auf
die Symbiose von
Multichannelansätzen gründen.
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